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Bekannteste Musiker/Interpreten der 40er Jahre – Liste

Interpreten der 40er Jahre - Liste

Das dunkle Jahrzehnt

Historisch gesehen können Sie die Vierziger Jahre eigentlich getrost vergessen, wenn Sie keine Depressionen bekommen möchten. Ein Jahrzehnt voller Kriege, Völkermord und Kernwaffen. Es war einzig die Musik, die den Menschen in diesen schlimmen Jahren etwas Hoffnung gab. So läutete Lale Anderson jenes Kriegsjahrzehnt ein und besang „Lili Marleen“, die an der Laterne auf ihren heimkehrenden Soldaten wartete. Es wurde das Lied, das in den Schützengräben gehört wurde und an der Front die Sehnsucht nach der Heimat weckte. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie viele gestandene Soldaten bei diesem Lied weinten und sich nichts sehnlicher wünschten, als endlich wieder zu Hause sein zu dürfen. Wenngleich der Gedanke an Krieg und Tod Beklemmungen in Ihnen hervorrufen, dürfen Sie nicht vergessen, dass Musik in diesen Jahren umso wichtiger für die Seele war und den Menschen stets das Gefühl vermittelte, dass es irgendwann wieder hell wird.

Zu den bekanntesten Musiker/Interpreten dieser Zeit zählen Folgende:

Zarah Leander

Die schwedische Schauspielerin und Sängerin bestach vor allem durch ihre fast schon männlich klingende Singstimme, war aber zu Zeiten des Nationalsozialismus der Star schlechthin. Alle rissen sich um sie, waren von ihrer Stimme gleichermaßen fasziniert bis irritiert. Zu ihren größten Hits in dieser Zeit zählten „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, „Kann denn Liebe Sünde sein?“ und „Davon geht die Welt nicht unter“.

Hans Albers

In den Vierzigern war Hans Albers bereits als Schauspieler sehr bekannt. Seinerzeit wurde in Spielfilmen aber auch noch viel gesungen und so schlug er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Das wohl bekannteste Musikstück entstand aus dem gleichnamigen Film „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Hans Albers hatte seit jeher mit Alkoholproblemen zu kämpfen, hatte zum Nationalsozialismus ein eher zwiegespaltenes Verhältnis und starb 1960 an inneren Verletzungen aufgrund eines Sturzes.

Ella Fitzgerald

Während in Deutschland Jazz und Swing als entartet galten, war es außerhalb Europas umso populärer. Erst nach Kriegsende schwappte die Swing-Welle über den großen Teich. Da war Fitzgerald bereits ein Superstar, denn ihre Karriere begann schon in den Dreißigern. „I’m making believe“ von 1944 ist wohl einer der bekanntesten ihrer Songs. Aufgrund ihrer Hautfarbe und der damaligen Rassentrennung wurde sie immer wieder bei großen Auftritten ausgegrenzt. Erst Marilyn Monroe sorgte später dafür, dass sie auf den großen Bühnen auftreten durfte, da sie ein großer Fan war.

Louis Armstrong

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Armstrong schlug sich in seiner Jugend mit kleineren Auftritten im Rotlichtmilieu durch, ehe er als Jazz-Trompeter auf diversen Mississippi-Dampfern zu spielen begann. Schließlich trat er diversen Big Bands bei und erlangte dadurch größere Bekanntheit. In den Vierziger Jahren war er bereits auf dem Gipfel seines Ruhms und Hits wie „All of me“ oder der „St. Louis Blues“ gehörten zu Swing und Jazz wie die Faust aufs Auge. Aufgrund seines großen Mundes wurde er auch „Satchmo“ genannt, was soviel heißt wie „Schulranzen-Mund“.

Glenn Miller

„Chattanooga Choo Choo“ ist wohl Millers bekanntestes Stück. Zur Zeit des zweiten Weltkrieges zählte er zu den berühmtesten Musikern der Vereinigten Staaten. 1942 gewann er seine erste goldene Schallplatte. Zusammen mit der „Glenn Miller Band“ deckte er ein breites Angebot an Instrumental- und Gesangsmelodien ab. Mit Einsetzen des Krieges und als Gegner der Nationalsozialisten empfand Miller es als seine Pflicht, die Band zu verlassen und zu den US-Luftstreitkräften zu wechseln. 1944 verliert sich seine Spur über dem Ärmelkanal, wo er mit seinem Flugzeug unterwegs nach Paris war.

Die Vierziger Jahre warfen trotz des Krieges und der Dunkelheit stets auch ein Licht in die Nacht. Man sagt, Musik sei ein bisschen wie beten. Wenn dem so ist, ist es kein Wunder, dass in jenem Jahrzehnt das Beten eine neue Bedeutung bekam.

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