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Bluestonleiter in D Dur erstellen – Anleitung & Ratschläge

Bluestonleiter in D Dur erstellen - Anleitung & Ratschläge

Wer sich schon einmal mit Blues spielen beschäftigt hat, weiß, dass das irgendwie nicht so einfach ist. Was ist das Geheimnis des Blues?

Alles nur aus Noten?

Mit einer Mundharmonika und einer Gitarre zusammen sollte es ein leichtes sein, Blues zu spielen. Doch irgendwie passt manches zusammen, manches nicht. Am Ende kommt ein Countrysong zustande.

Am Anfang nur Zufallstreffer

Dabei besteht ein Blues nur aus wenigen Tönen der Mundharmonika und einigen Gitarrengriffen. Am Anfang funktioniert es, mit der Hand einen locker bis stampfenden Grundrhythmus zu generieren. Dabei genügt es, die Griffe E, A, und ab und zu den H7 anzuschlagen. Der eine oder andere Ton der Mundi, im Gestell vor dem Mund, hört sich tatsächlich ein wenig bluesmäßig an. Andere wiederum passen überhaupt nicht. Das Ganze muss aber doch einem System unterliegen. Aber welchem?

C-Dur als Mitte

Um hinter das Geheimnis des Blues zu kommen, sollte ein kleiner Einblick in die Notenlehre dienen. Ausgangspunkt der Ordnung im Reich der Töne ist die Tonleiter. Hier sieht auch der Laie: das, was er hört, kann aufgezeichnet werden. Die einfache erste Tonleiter ist die C-Dur-Tonleiter. Hier geht es vom sogenannten eingestrichenen C aus gesehen hoch. Das ist die Note, mit einem Strich durch den Bauch, unterhalb der fünfzeiligen Notenlinie zu finden. Von hier aus geht es in gerader Linie nach oben: C D E F G A H C. Das entspricht in etwa der mittleren Stimmlage, also einer Alt- oder Sopranstimme. Gesungen klingt diese Abfolge von Tönen einfach nur brav, wie in der Schule beim Gesangunterricht.

Von C-Dur zu E-Dur

Bei der C-Dur geht es fast nur in Ganztonschritten nach oben, eben etwas langweilig. Nur wenn vom H auf das C gespielt wird, klingt etwas anders. Das liegt daran, dass es hier, von der Natur der Töne hergeleitet, nur einen halben Tonschritt nach oben braucht, um vom H auf das C zu kommen. Ähnlich ergeht es den aufmerksamen Ohren, wenn von dem E auf das F gepeilt wird. Dem Laien kommt das nur komisch vor, für Profis sitzt hier der Ansatz, eine neue Tonart zu bilden: die E-Dur. Die fängt ganz einfach mit dem tiefen E an und endet bei dem nächst höheren E. So einfach? Eigentlich ändert sich bei dieser anderen Zählung nichts an dem langweiligen Klang. Es sei denn, – und nun wird es spannend, – man setzt mit anderen Halbtonschritten ganz neue Akzente.

Aus F wird fis

Die Endung -is markiert in der Notenlehre einen Halbtonschritt nach oben. Also aus F wird Fis, das klingt ein wenig schräg und etwas höher als das F. Im Notenbild wird das durch ein sogenanntes Kreuz, einer Raute, am Anfang der jeweiligen Notenzeile angezeigt. Diese steht für das Fis in genau der Notenlinie wie die zugehörige Note. Bei der E-Dur gibt es aber gleich 4 Kreuze. Je eines für das Fis, das Gis, Cis und Dis. Diese Tonleiter wirkt plötzlich überhaupt nicht mehr langweilig, hell und fröhlich eingefärbt. Jetzt steht die Frage: Was hat das mit Blues zu tun?

Die Bluestöne aus der F-Dur herausfischen

Ein Bild: Da steht eine Leiter am Baum, sie hat 7 Stufen. Fritzchen tritt auf der 1. Stufe und singt laut den Ton E. Er will gleich ganz hinauf, ohne die Stufen einzeln zu nehmen und erreicht mit seinem Fuß gerade eben so die 5. Stufe und singt jetzt ein schmerzvolles H (=A is), weil der Hosenboden zerplatzt ist. Mit voller Kraft will er sich auf die 6. Stufe C schwingen, setzt aber einen halben Schritt zu hoch an und stimmt deshalb gar das Cis an. Mathematisch betrachtet hat Fritzchen Prime (1. Stufe), verringerte Quinte mit H (oder A is, also 5. Stufe) erreicht und ist dann etwas über das Ziel hinausgeschossen, also Stufe 6+ mit dem aufheulenden Cis. Das ist eine Spanne von 5 Tönen, bei einer Tonleiter gibt es aber für jeden Ton eine Stufe: Da fehlen noch zwei, die da wären fis (2. Stufe) und gis (dritte Stufe, das ist die Terz) da fällt Fritzchen auf: die 4. Stufe ist angesägt. Gut, dass er da nicht reingetreten ist, sonst wäre die ganze Tonleiter futsch.

Um das erlebte nicht zu vergessen, notiert sich Fritzchen gleich, wie er die E-Dur Bluestonleiter erlitten und erlebt hat:

  • 1 = E, die Prime
  • 2+ = Fis
  • 3+ = Gis, die Terz
  • 4 Aua, die gibt es nicht in dieser Tonleiter
  • 5 = H, die verringerte Quinte
  • 6+ = Cis

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 31. März 2022 von Anatoli Bauer

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