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Liste der bekanntesten Klavierspieler aller Zeiten

  • by Anatoli Bauer

Herausragende Pianisten von Mozart bis heute

Wolfgang Amadeus Mozart ist wohl das bekannteste Wunderkind am Klavier. Mit drei Jahren saß der Kleine bereits am Klavier, spielte bald seine ersten Konzerte und kraxelte Kaiserin Maria Theresia auf den Schoß. Mit fünf komponierte er seine ersten Stücke und führte oftmals auch Kunststücke auf, in dem er zum Beispiel mit verbundenen Augen Klavier spielte.

Doch Mozart blieb bei weitem nicht das letzte Wunderkind. In der heutigen Zeit erfährt man oftmals durch die Sozialen Medien von kleinen Kindern, die erstaunliche Tastenakrobatik beherrschen.
Eine Reihung der weltbesten Klavierspieler und Klavierspielerinnen ist schwierig: Jeder hat seine Stärken und Schwächen, eine Auflistung kann niemals vollständig sein.

Vladimir Horowitz wird in den meisten Auflistungen als Nummer 1 genannt. Viele sahen in ihm und seinem Klavierspiel Ähnlichkeiten mit Franz Liszt. Dessen Werke standen auch oft auf seinen Programmen. Grundsätzlich mied er den Mainstream und erarbeitete lieber unbekanntere Stücke.

1928 geboren, erlebte Jörg Demus die Wirren des Krieges hautnah. Nach dem Krieg erhielt er viele Auszeichnungen für seine Konzerttätigkeiten. Als sein Lebenswerk kann man die 100 CD´s verstehen, die die Geschichte des Klaviers akustisch nachvollziehbar machen sollten.

Der chinesische Pianist Lang Lang verdankt seine Liebe zum Klavierspiel angeblich Tom und Jerry. Ähnlich früh wie Mozart lernte er bei den besten Lehrern und gibt nun sein Können gerne an alle Interessierten weiter. Er ist immer für Überraschungen gut. Man denke an den Weltrekord, bei dem unter seiner Leitung auf 777 Klavieren 1554 Pianisten Schuberts Militärmarsch zum Besten gaben.

Claudio Arrau hatte ein riesiges Repertoire, das er bei unzähligen Konzerten – zeitweise spielte er über hundert pro Jahr – seinem Publikum präsentierte. Zusätzlich gibt es von ihm etliche Einspielungen, vor allem das Gesamtwerk von Bach.

Als Beethoven – Versteher könnte man Rudolf Buchbinder bezeichnen. Die 32 Klaviersonaten führte er mittlerweile weltweit auf und interpretiert sie immer wieder neu. Auch er war bereits mit fünf Jahren Student an der Hochschule für Musik in Wien.

Er beschränkt sich aber nicht nur auf klassische und romantische Werke. Sein Repertoire erstreckt sich bis zu zeitgenössischer Musik. Für die Uraufführung einiger Werke von Gottfried von Einem war er verantwortlich.

Einer von Buchbinders Studienkollegen war Friedrich Gulda. Auch er war ein Meister der Interpretation von Beethovens Sonaten, liebte aber auch Bachs Wohltemperiertes Klavier.

Ein Pianist ganz anderen Genres ist Peter Bence. Er schafft es, aus einem ganz normalen Klavier mit Hilfe eines Loopers die Klänge einer ganzen Band herauszuholen. Kurze Sequenzen werden direkt während dem Spiel aufgenommen und wieder abgespielt, sodass der Klang voller wird. Den Looper bedient er selbst mit dem Fuß. So nutzt Bence auch mal das Klavier als Zupf- oder Percussioninstrument – gepaart mit einer unglaublichen Fingerfertigkeit und einer großen Portion Freude an der Musik.

Ebenfalls zu den zeitgenössischen Pianisten mit breitem Repertoire von Klassik bis Disney zählt der aus Massachusettes gebürtige Kyle Landry. Seine Vorliebe für Chopin spürt man quer durch alle Konzerte, selbst moderne Musikstücke werden ausgiebig mit Arpeggios verziert.

Die Frauenquote ist gar nicht so gering – nur wenig erwähnt

Auffällig ist, dass Frauen in den Aufzählungen der bedeutendsten Pianisten oftmals übergangen werden.

Eine in besonderem Maße technisch versierte Pianistin war Annie Fischer. Zugleich schaffte sie es, die Stücke wunderbar zu phrasieren und so dem Zuhörer zugänglicher zu machen. Ihre zierlichen Hände schafften scheinbar mühelos einen kräftigen Anschlag. Man liest von ihr, sie hätte mit Arthur Rubinstein eine Eigenart gemeinsam: Die Triller griff sie mit drei Fingern der rechten Hand.

Wenn man Annie Fischer bei der Interpretation von Schumanns Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54 erlebt, meint man beinahe, Clara Schumann zu sehen. Die Ehefrau von Robert Schumann galt zu ihrer Zeit ebenfalls als herausragende Pianistin, doch hatten Frauen damals keine so großen Karrierechancen wie Männer.

Martha Argerich, eine Schülerin unter anderem von Friedrich Gulda, darf in der Reihe herausragender Pianistinnen auch nicht fehlen. Ihre Chopin -Interpretationen sind einfühlend und mitreißend. Die argentinisch – schweizerische Virtuosin mit russischen Wurzeln erhielt einige Auszeichnungen, bevor sie sich der Kammermusik widmete.

Yuja Wang ist eine noch sehr junge Pianistin, die bereits durch ihr äußeres Erscheinungsbild heraussticht. Doch ihre Schönheit sollte nicht von ihrem nicht minder beachtlichen Können ablenken.

Auftritte von Kyle Landry gemeinsam mit Lara de Wit, einer aus Australien stammenden Pianistin, gestalten sich wie ein doppeltes musikalisches Feuerwerk. Die beiden nutzen wirklich jede Taste des Klaviers, bleiben aber immer im harmonischen Bereich. Lara de Wit ist in den Sozialen Netzwerken für ihre Improvisations – Livestreams bekannt, während derer sie die Publikumswünsche aus dem Chat live und mit großem Können umsetzt. Sie ist Konzertpianistin und unterrichtet auch Klavier.

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