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Renaissance Epoche Musik- Merkmale, Komponisten & Instrumente

Christoph Kolumbus segelte im Jahr 1492 nach Amerika wie kein anderer zuvor, Johannes Gutenberg gilt seit 1450 nachweislich als offizieller Erfinder des Buchdruckes, dicht gefolgt vom begnadeten Ottaviano Dei Petrucci, der 1500 seine einzigartige Notendrucktechnik veröffentlichte, während der unerschrockene Nikolaus Kopernikus nur knapp 10 Jahre später erstmals das heliozentrische Weltbild und die damit verbundenen Bewegungen der Planeten öffentlich bekannt machte, nicht zu verachten die imposanten Werke von Leonardo da Vinci und anderen begnadeten Damen und Herren, die dazumals Großartiges und bis heute Erstaunliches hervorbrachten. Es war eine Zeit

Inhaltsverzeichnis (bitte aufklappen)

  • der Erfinder,
  • der Forscher,
  • Künstler,
  • Maler,
  • Architekten,
  • Wissenschaftler
  • und Bildhauer.

Die Epoche der Renaissance oder Wiedergeburt, in der der Mensch neuerdings im Mittelpunkt der Geschehnisse stand, sich gezielt mit der Antike beschäftigte und wertvolle erkenntnisreiche Beobachtungen, Forschungen und häufiges Experimentieren erlangte, wurde jedoch nicht nur auf architektonischer, schriftstellerischer und künstlerischer Ebene vollzogen, sondern unter anderem auch musikalisch begleitet. Zuhören gewann hinsichtlich subjektiver Sinneswahrnehmung und menschlichem Verständnis zunehmend an Wichtigkeit. In der (Neu-)Zeit zwischen 15. und 16. Jahrhundert haben sich daher völlig neue und sich stark unterscheidende Musikgattungen formiert, deren Bezeichnungen und Merkmale wie folgt lauten:

Madrigal

Das Madrigal ist italienischen Ursprungs und eine Form des weltlichen Gedichts, auf dessen Grundlage während der Renaissance spezielle Kompositionen entstanden sind. Mehrstimmigkeit, der Einsatz von Chören, vertonte Gedichte, Instrumentalmusik und Sologesangslieder waren typisch für diese Musikgattung. Bekanntester Vertreter war einst der venezianische Komponist Jacques Arcadelt, dicht gefolgt von Orlando di Lasso, Philippe Verdelot, Luca Marenzio, Carlo Gesualdo, Johann Hermann Schein und vielen weiteren begnadeten Künstlerinnen und Künstlern aus dem deutsch-, englisch- und französischsprachigen Raum.

Motette

Die Motette kann sozusagen als geistliches Gegenstück zum Madrigal gesehen werden. Im Begriff selbst ist bereits die französische Bezeichnung für mots bzw. Worte enthalten, dieser kleine Hinweis gibt bereits Aufschluss über die textreiche Dynamik der überaus komplexen Musikgattung.

In der Kirche wurde den geistlichen und mehrstimmigen Kompositionen in den Himmel gehoben, die daraus resultierenden Chorgesänge bestechen durch feine Musikstücke in mehreren Abschnitten. Besonders a capella war in der Zeit der musikalischen Renaissance von großer Bedeutung. Bekannte Vertreter sind Johann Sebastian Bach, Josquin Desprez, Guillaume Dufay und Giovanni Pierreluige Palestrina.

Chanson

Unter Chansons versteht man der Renaissance entsprungene Gesellschaftslieder, die sich je nach europäischer Kultur expressiver oder ruhiger anstimmen ließen. Der Stil grenzte sich im Gegensatz zur Motette gänzlich von kirchlichen oder geistigen Themen ab. Volkssprachliche, weltliche und vorwiegend lateinische Texte und Anschauungen kamen stattdessen gezielt zum Einsatz und wurden mehrstimmig musikalisch untermalt.Guillaume de Machaut, Gilles Binchois und Johannes Ockeghem galten beispielsweise als berühmte Komponisten der damaligen Zeit.

Hymne

Die musikalische Renaissance besticht des Weiteren durch kultige, feierliche Preis- und Lobesgesänge zu Ehren Jesu Christi, auch Hymnen genannt. Die individuellen geistlichen Interpretationen basierten sowohl auf dem Gesang bzw. musikalisch untermalten Lob Gottes, als auch Gedichten und Gedankenanstößen zum Thema Religion im Allgemeinen. Vertreter sind demnach geistliche Messen aller Art, insbesondere Gloria, Sanctus, Agnus Dei u.v.m.

Volkslieder, Tanzveranstaltungen, Gottesdienste und Messen prägten die europäische Musikkultur.
Den unterschiedlichen Stimmlagen wurde zunehmend mehr Aufmerksamkeit geschenkt und Instrumente entsprechend in zusammengehörige Kategorien eingeordnet

Die Instrumente, die in der Renaissancemusik vorwiegend zum Einsatz kamen waren in erster Linie Holz- und Blechblasinstrumente, sowie Streich- und Zupfinstrumente – allen voran

  • Orgel,
  • Laute,
  • Harfe,
  • Gitarre,
  • Posaune

Der Bass als neuer Klangraum eröffnete bislang unerforschte Möglichkeiten und ein innovatives, breites Musikspektrum.
Auch die Erfindung und Einführung des Notendrucks seitens Ottaviano die Petrucci gilt seit jeher als revolutionär.
Volle, harmonische (Drei-)Klänge, Terze, Sexten, einfache Rhythmiken, tanzbare Stücke, Musiktheorie, Vokal- und Instrumentalmusik, acapella und der beliebte Kanon sind bis heute bezeichnend für den einstigen Epochenwechsel.

Abgelöst wurde die musikalische Renaissance um 1600 von ihrem großen Nachfolger Barock.

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