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Großes Orchester einstimmen – wie wird das gemacht?

Großes Orchester einstimmen

In einem Orchester gibt es meistens viele Musiker, die zusammen musizieren möchten. Zudem gibt es ganz viele unterschiedliche Instrumente. Aber wie stimmen sich am besten alle ein?

Natürlich kann man nun sagen, dass sich jeder Musiker einfach selbst einspielt. Der Dirigent gibt einen Ton vor und alle können selbstständig stimmen. Versucht man diese Möglichkeit anzuwenden, wird man sehr schnell feststellen, dass das in einem großen Chaos enden wird. Jeder Musiker spielt seinen Ton, alle durcheinander, und am Ende ist kein Instrument richtig gestimmt. Musiker, die weiter vorne sitzen, hören dann mehr als Musiker, die weiter hinten sitzen.

Welche Möglichkeiten gibt es dann?

In einem Orchester gibt es viele unterschiedliche Stimmen. Nehmen wir als Beispiel ein gemischtes Orchester mit Streichern und Bläsern. Die erste Stimme bildet dann die erste Geige, welche vom Dirigenten aus links sitzen. Danach folgt die zweite Geige. Daran schließen sich die Bratschen an und ganz rechts vom Dirigenten sitzen die Celli / Kontrabass. Die Bläser sitzen meistens hinter den Streichern, nach Instrument und Stimme geordnet.

In jeder Stimme gibt es zudem einen Stimmführer. Es bietet sich an, den Stimmführer der ersten Geige zu beauftragen ein A zu spielen. Der Stimmführer geht dann jede Stimme der Streicher durch. Ansonsten sind alle anderen Orchestermitglieder leise und spielen nicht. Sobald alle Streicher ihre A-Saite gestimmt haben, können sie nun alle restlichen Saiten stimmen. Das kann dann jeder für sich machen. Ein Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die A-Saite bei jedem zumindest schon korrekt gestimmt ist. Sobald alle Streicher ihr Instrument vollständig gestimmt haben, sind die Bläser dran.

Bei den Bläsern bietet es sich an, die einzelnen Instrumente getrennt zu stimmen. Sie können z.B. mit den Querflöten anfangen. Die Stimmführerin kann dann wieder einen Ton für die Querflöten angeben und sie können zuerst einzeln und dann zusammen gestimmt werden. Das hat den Vorteil, dass die Intonation der Querflöten direkt an die Streicher angepasst wird. Sobald die erste Bläsergruppe gestimmt ist, geht es dann weiter mit dem nächsten Instrument. Das können dann z.B. die Klarinetten oder Oboen sein. Sobald alle Bläser durchgestimmt sind, können dann alle Bläser zusammen nochmal stimmen. Hier lässt sich gut überprüfen, ob die Intonation bei allen Instrumenten passt oder ob nochmal nachgestimmt werden muss.

Zum Schluss können dann alle Instrumente des Orchesters nochmal gemeinsam spielen. Daran können Sie dann auch problemlos das Einspielen anknüpfen. Eine Tonleiter bietet sich dann für alle Instrumente an. Das ist auch gut für die Bläser, danach sind sie dann auch direkt eingespielt.

Der einzige Nachteil ist, dass diese Art des Stimmens recht viel Zeit in Anspruch nimmt. Jedoch können Orchestermitglieder, die sich verspäten, problemlos nachträglich gestimmt werden.

Möglich ist alternativ noch, dass sich jeder bereits vor Orchesterbeginn einspielt und man eine bestimmte Frequenz festsetzt, nach der gespielt werden muss. Das setzt dann aber auch voraus, dass jedes Mitglied über ein Stimmgerät verfügen muss. Auch ist das gerade bei kühleren Temperaturen nicht zu empfehlen, da sich Streichinstrumente gerne verstimmen, sobald man das Haus verlässt.

Kombinieren könnten Sie aber beides. Die Streicher stimmen sich nach dem Prinzip ein, während die Bläser sich schon einspielen können, damit die Blasinstrumente bereits warm genug sind. Dadurch dauert das Stimmen der Bläser in der Regel auch nicht mehr lange und es kann fleißig geprobt und musiziert werden.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 31. März 2022 von Anatoli Bauer

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